Liste ≡ Erfindungen von Frauen


Geniale Erfindungen von Frauen + Berühmte Erfinderinnen

Warum sind so wenige Erfindungen von Frauen bekannt?

Es gibt gleich mehrere Gründe, warum uns nur wenige Erfindungen von Frauen bekannt sind. Zum Einen, weil es noch bis vor wenigen Jahrzehnten den Frauen untersagt war, ein Patent unter ihrem eigenen Namen anzumelden, weshalb sie ihre Ideen und Entwürfe unter dem Namen ihrer Ehemänner oder ihrer männlichen Geschäftspartnern einreichen mussten, die es auf diese Weise in die Geschichtsbücher schafften und zu Lebzeiten Ruhm und Ehre einheimsten. Zum Anderen hatten Frauen bis Mitte des 20. Jahrhunderts nur selten die Möglichkeit zu studieren (Studienplätze für Frauen waren nicht vorgesehen), einen Beruf auszuüben oder sich sonst wie weiterzubilden. Ihre Rolle war es, Haus, Küche und Kinder zu führen und zu pflegen. Das wissenschaftliche Forschen und Entdecken war (bis auf wenige Ausnahmen > siehe folgende Liste) den Männern vorbehalten.

Mit Klick auf  finden Smartphone-User weitere Infos & Hintergründe zu den größten Erfindungen von Frauen in der Geschichte der Menschheit. Weitere wichtige internationale und deutsche Erfindungen im Überblick finden Sie auch auf den vorherigen Seiten.

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Erfindungen von Frauen Jahr Erfinderinnen Geschichte
Frauenzeitschrift 1783/84 Sophie von La Roche Sophie von La Roche gilt als erste finanziell unabhängige deutsche Berufsschriftstellerin, die zudem Herausgeberin und Autorin der ersten echten Frauenzeitschrift „Pomona“ war. 1693 wurde zwar bereits in London eine sog. „Frauenzeitschrift“ (The Ladies’ Mercury) herausgeben, allerdings war der Herausgeber ein Mann: der Buchhändler John Dunton.
Kreissäge 1813 Tabitha Babbitt Die US-amerikanische Werkzeugmacherin Tabitha Babbitt (1779–1853) beobachte Männer, die sich beim Sägen von Holz mit einer damals üblichen Blattsäge abmühten. Sie erkannte, dass nur etwa die Hälfte ihrer Bewegung effizient war, und dass eine runde Schneide deutlich effizienter schneiden würde, als eine herkömmliche Säge. Gesagt, getan: 1813 baute sie das erste runde Sägeblatt in ein Sägewerk ein – und erleichterte damit den Holzfällern die Arbeit. Neben der Kreissäge erfand sie außerdem die sog. „falschen Zähne“ und die Spinnflügel für Spinnräder.
Aquarium 1832 Jeanne Villepreux-Power Um das Leben von Wasserorganismen besser studieren zu können, baute die französische Meeresbiologin Jeanne Villepreux-Power (1794-1871) gleich mehrere Arten von Aquarien. 1832 begann sie auf Sizilien mit der Erforschung der Perlboote, einem Kopffüßer, der dem Tintenfisch ähnlich ist. Damals glaubte man, dass der Perlboote seine Schale von einem anderen Organismus übernimmt, doch um dies zu belegen, musste man ihn aus nächster Nähe beobachten können.

Villepreux-Power baute dazu das erste Glasaquarium, in dem sie das Meerestier bequem studieren und dadurch beweisen konnte, dass er seine Schale selbst herstellt. Für all ihre Entdeckungen und Forschungsarbeiten wurde Villepreux-Power als erstes weibliches Mitglied in die Accademia di Catania sowie in vielen weiteren wissenschaftliche Akademien aufgenommen. Übrigens: Jeanne Villepreux-Power war auch eine gelernte Schneiderin und entwarf u.a. das Brautkleid von Prinzessin Maria Karolina von Neapel-Sizilien.

Computer-
Algorithmus
um 1842 Ada Lovelace Ada Lovelace (1815-1852) war die Tochter des britischen Dichters Lord Byron, der sich aber bereits zwei Monate nach ihrer Geburt von seiner Frau trennte und England für immer verlies. Sie wuchs bei ihrer Mutter, Anne Isabella Noel-Byron, und ihrer Großmutter auf und begeisterte sich schon als Teenager für die Mathematik. Bereits als Mädchen entwarf sie erste mathematische Studien.

Sie bildete sich autodidaktisch weiter und arbeitete gemeinsam mit Charles Babbage, dem „Vater des Computers“, an einer komplizierten (nie fertiggestellten) mechanischen Rechenmaschine. Für ihre „Analytical Engine“ schrieb sie ein komplexes, analytisches Programm, weshalb der Rechner auch als „erster Computer der Welt“ bezeichnet wird.

 

Um 1842/1843 übersetzte sie zudem einen Artikel über Maschinen, geschrieben vom italienischen Ingenieurs Luigi Menabrea. Diesen ergänzte sie mit eigenen Notizen, die sie einfach nur „Notes“ nannte. Diese Notes enthielten einen Algorithmus, den viele Mathematiker für das erste Computerprogramm halten.

Eismaschine  1843 Nancy Johnson Die Hausfrau Nancy Johnson (1795-1890) erfand 1843 eine handgekurbelte Eismaschine, die auch heute noch verwendet wird. Einen Blech- bzw. Zinntopf baute sie in einen Holzeimer ein und befüllte den Zwischenraum mit Eis und Steinsalz. In den inneren Topf wurden anschließend die Zutaten gegeben und mittels einer Kurbel, die außen angebracht war, in Bewegung gesetzt. Dabei wurde die gefrorene Sahne durch eine Art Schaufel von den Wänden abgekratzt, um die nächste Schicht noch nicht gefrorener Sahne freizulegen. Das ständige Rühren führte zu einem glatteren Eis mit gleichmäßiger Textur.

Ihr Erfindung war quasi der Startschuss zu einer Eiscreme-Revolution, da ihre Methode schneller, leichter und kostengünstiger war, als das Rühren mit der Hand, wodurch Speiseeis für die breite Masse zugänglich wurde. Weil Nancy nicht das Kapital hatte, ihre Erfindung herstellen zu lassen, verkaufte sie ihre Rechte für 200 US-Dollar an William Young.

Papiertüte 1871 Margaret Knight Margaret „Mattie“ Knight baute im Alter von 30 Jahren eine Maschine, mit der sie Papier falten und kleben konnte, um eine Papiertüte mit flachem Boden herzustellen. Das Produkt war so beliebt, dass ein Mann die Idee stahl, um sie selbst zu patentieren. Als Knight ihn wegen einer Patentverletzung verklagte, argumentierte er, dass eine Frau „die mechanischen Zusammenhänge unmöglich verstehen könne“. Knight gewann den Prozess, indem sie den Beweis erbrachte, dass sie die Maschine entworfen hatte, und erhielt das Recht, ihre Maschine patentieren zu lassen. Im Laufe ihrer Karriere erfand Knight über 100 weitere Maschinen und ließ 20 davon patentieren, darunter einen Rotationsmotor, eine Schuhschneidemaschine und einen Fensterrahmen mit Flügel.
Leuchtraketen 1871 Martha Coston Die US-amerikanische Erfinderin und Geschäftsfrau erfand die Coston-Fackel, ein Gerät zur Signalgebung auf See. Ihrem Mann war bereits Jahre zuvor aufgefallen, dass es auf hoher See nur zwei (ungenügende) Kommunikationsmöglichkeiten von Schiff zu Schiff gibt: das Winken mit Flaggen. Und das Schwenken von schlecht sichtbaren Laternen. Er stellte sich „etwas mit Licht und Feuer“ vor, starb jedoch bevor er seine Idee verwirklichen konnte. Das übernahm dann besagte Witwe, die 10 Jahre lang gemeinsam mit Chemikern und Pyrotechnikern an einer Lösung tüftelte und schließlich die Coston-Fackel (Leuchtraketen) erfand.
Geschirrspüler 1872 Josephine Cochrane Weil die wohlhabende US-Amerikanerin Josephine Cochrane (1839-1913) gerne Gäste empfing, sich danach aber oft über ihre Diener ärgerte, die beim Abwasch ständig Geschirr zerbrachen, erfand sie 1872 den ersten praktischen Geschirrspüler, der mit Druck eines Wasserstrahls das Geschirr reinigen konnte.

Allerdings meldete sie erst nach dem Tod ihres Mannes (der sie mit Schulden zurückließ) ihre Erfindung zum Patent an (1886) und begann, ihren „Dishwasher“ an Hotels zu verkaufen, was sie anfangs viel Überwindung kostete: „Sie können sich nicht vorstellen, wie es damals für eine Frau war, allein durch eine Hotellobby zu gehen. Ich war noch nie irgendwo ohne meinen Mann oder Vater gewesen – die Lobby schien eine Meile breit zu sein. Ich dachte, ich müsste bei jedem Schritt in Ohnmacht fallen“.

Auf der Weltausstellung in Chicago (1892) gewann die Ingenieurs-Tochter mit ihrer Erfindung den ersten Preis, wodurch ihr Geschirrspüler schlagartig über die Landesgrenzen hinweg bekannt wurde. Nach ihrem Tod wurde ihr Unternehmen 1916 von KitchenAid aufgekauft, wo sie bis heute als eine der Gründerin aufgeführt wird.

Rettungsinsel, Rettungsfloß 1880 Maria Beasley Mit einer Erfindung hat sie ein Vermögen gemacht – und mit einer anderen viele Leben gerettet! Über diese bemerkenswerte Frau ist heute nur wenig bekannt, aber es ist offensichtlich, dass sie eine engagierte Unternehmerin war. Die amerikanische Erfinderin Maria Beasley vermarktete erfolgreich mindestens 15 Erfindungen, darunter einen Fußwärmer, einen Entgleisungsschutz für Züge und eine Maschine zur Herstellung von Fässern, die ihr ein geschätztes Einkommen von 20.000 US-Dollar pro Jahr einbrachte – zu einer Zeit, als die meisten arbeitenden Frauen drei Dollar täglich verdienten.

Zusätzlich erfand sie 1880 etwas, das vielen Schiffbrüchigen das Leben retten sollte: ein erheblich verbessertes Rettungsfloß (Rettungsinsel). Zwar gab es auf Schiffen bereits Rettungsflöße, doch handelte es sich dabei um einfache Planken mit einfach angebrachten Schwimmern. Beasley wollte aber ein Floß entwickeln, das „feuerfest, kompakt, sicher und leicht zu Wasser zu lassen“ war. Also schuf sie ein Floß, das zur Aufbewahrung zusammengeklappt werden konnte, sich im Notfall aber schnell entfalten ließ und rund herum Schutzplanken hatte.

(Paket-)Fallschirm 1893 Käthe Paulus Vor ihrer Erfindung waren Fallschirme unhandlich groß, sodass man sie kaum transportieren konnte. Erst Käthe Paulus (1868-1935) erfand die handliche Variante, die noch heute verwendet wird: den zusammenlegbaren Paketfallschirm.

Katharina Paulus, genannt Käthe, wurde in Zellhausen bei Seligenstadt (Hessen) geboren. Obwohl sie schon als Kind die Akrobatik liebte (und z.B. auf Wäscheleinen balancierte), entschied sie sich ein bodenständiges Handwerk zu erlernen und wurde Schneiderin. 1889 lernte sie den berühmten Fallschirmspringer Hermann Lattemann kennen. Die beiden wurden ein Team, sowohl beruflich als auch privat. Sie lernte von ihm das Ballonfahren und Fallschirmspringen und konnte ihre Kenntnisse als Schneiderin bei der Herstellung und Reparatur von Ballons einsetzen.

1893 stieg sie mit einem Ballon auf 1.200 m und sprang als erste Frau in Deutschland mit dem Fallschirm ab. Nach den Pionierinnen Jeanne-Geneviève Labrosse (1775-1847) und Elise Garnerin (1791-1853) war sie weltweit erst die dritte Frau, die dies wagte. Dieser Sprung war der Beginn ihrer langen Karriere als Luftakrobatin (sie trat europaweit als Miss Polly auf) und erste professionelle Luftschiffpilotin des Landes.

Nachdem ihr Partner 1894 bei einem ihrer Abenteuer verunglückte, wollte sie Fallschirme sicherer machen. Um das Verheddern der Tragleinen beim Öffnen des Fallschirms zu vermeiden, entwickelte sie um 1910 eine ausgeklügelte Falttechnik und verpackte den Schirm in einer Hülle, die sich mittels eines speziellen Mechanismus zuverlässig öffnen ließ: Der Paketfallschirm war erfunden.

Während des Ersten Weltkriegs wurde sie vom deutschen Kriegsministerium beauftragt, rund 7.000 Paketfallschirme zu nähen, die vielen Soldaten das Leben retten sollten.

BH (Büstenhalter) 1899 Christine Hardt, Herminie Cadolle Die Dresdnerin Christine Hardt schneiderte aus zusammengeknüpften Taschentüchern und verstellbaren Männerhosenträgern den ersten Vorläufer des moderner BHs. 1899 meldete sie ihre „Frauenleibchen als Brustträger“ beim Kaiserlichen Patentamt an, die „die Brüste aufrecht halten, ohne die Funktion einer gesunden Brust irgendwie zu beeinträchtigen„. Die Französin Herminie Cadolle meldete im selben Jahr ein Patent auf einen Büstenhalter an. Der Textilunternehmer Sigmund Lindauer aus Cannstatt ließ 1912 in seiner Firma S. Lindauer & Co den ersten Büstenhalter in Serienfertigung produzieren (Marke: Prima Donna).
Autoheizung 1893 Margaret Wilcox Margaret Wilcox wurde 1839 geboren und war eine der wenigen weiblichen Ingenieure der damaligen Zeit. Ursprünglich wollte sie mit ihrem System Eisenbahnwaggons beheizen, da die Zugreisenden im Winter froren. Sie dachte sich, dass es eine gute Idee wäre, die Wärme, die die Dampfmaschinen erzeugen, in die Kabinen weiterzuleiten, um die Fahrgäste angenehm warm zu halten.

So einfach, und doch hatte bis dato noch niemand daran gedacht, die Wärme der Motoren zu nutzen, um das Innere der Waggons oder Autos zu erwärmen. Im November 1893 erhielt sie auf ihre Autoheizung, ein Patent, aber es sollte noch über 30 Jahre dauern, bis sich ihre Idee in der Autoindustrie durchsetzte. Henry Ford war 1929 der erste, der ihr System (Einbau eines Luftkanals, der am Motor entlangführte, wodurch das Auto erwärmt wurde) in seinen Modell-A-Wagen einbaute.

Mrs. Wilcox entwarf zuvor weitere Maschine. Darunter u.a. ein Gerät, das gleichzeitig Geschirr und Wäsche waschen konnte. Leider wurde dieses Traumgerät nie gebaut.

Spritzen (medizinische) 1896-1899 Letitia Mumford Geer In den letzten Jahren haben wir uns nur allzu gut mit Spritzen vertraut machen müssen. Erfunden hatte sie die US-amerikanische Krankenschwester Letitia Mumford Geer. Sie meldete am 12.2.1896 ihr Patent für eine neues Design einer medizinischen Spritze an, die sich mit nur einer Hand bedienen lässt. Am 11.4.1899 wurde ihre Erfindung genehmigt, womit sie die Gesundheitspflege revolutionierte, weil ihre Einhandspritzen sowohl Personal als auch Patienten und Krankenhäuser (da günstig in der Herstellung) entlasteten.
Scheibenwischer 1903 Mary Anderson Als Mary Anderson aus Alabama 1902 zu Besuch in New York war, fiel ihr in den Straßen gleich der stockende Verkehr auf. Grund: Autofahrer mussten ständig anhalten und aussteigen, um ihre Windschutzscheiben vom Schnee zu befreien. Das gleiche Problem hatten auch die Fahrer von Straßenbahnen. Sie fuhren – um eine klare Sicht zu behalten – mit geöffneter Windschutzscheibe, wodurch allerdings alle Fahrgäste frieren mussten.

Mary Anderson (1866-1953) suchte nach einer Lösung und konstruierte einen Gummiwischer, den man an der Windschutzscheibe befestigen konnte und der über eine Spindel mit einem Hebel im Inneren des Fahrzeugs verbunden war. Drehte der Fahrer den Griff, bewegte sich der Wischer über die Scheibe und entfernte Regen wie Schnee. Am 10.11.1903 erhielt Mary Anderson ein Patent auf die erste funktionierende Scheibenwischanlage der Welt. Erstaunlicherweise sahen die Autohersteller zunächst keinen Wert in ihrer Erfindung.

Eine kanadische Firma lehnte ihre Erfindung 1905 mit den Worten ab: „Wir sind nicht der Ansicht, dass sie einen solchen kommerziellen Wert hat, der es rechtfertigen würde, sie zu verkaufen“. Erst 1922 war Cadillac der erste Automobilhersteller, der alle seine Fahrzeuge serienmäßig mit Scheibenwischern ausstattete.

Monopoly 1903, 1933, 1935 Elizabeth Magie-Phillips Elizabeth „Lizzie“ Magie-Phillips (1866-1948) war nicht nur Schauspielerin, Schriftstellerin, Dichterin, Pionierin der Frauenbewegung und Erfinderin mehrerer Patente, sondern ist vor allem für die Erfindung eines Spiels bekannt, das zum beliebten Brettspiel-Klassiker geworden ist: Monopoly.

Das Spiel war für seine Zeit ziemlich einzigartig. Es verfügte über einen Pfad, der es den Spielern erlaubte, das Spielbrett zu umrunden. Der Spielplan ähnelt dem des Downtown Square ihrer Heimatstadt Macomb. In einer Ecke befanden sich das Armenhaus und der Park, und auf der anderen Seite war das Gefängnis, auf das sie drei Worte gekritzelt hatte: „Go to Jail“ (Geh ins Gefängnis). Die Quäkerin, Anti-Monopolistin und Georgistin (Anhängerin des Ökonomen Henry George) aus Virginia nannte ihre Kreation „The Landlord’s Game“ und meldete am 23.3.1903 ein Patent an, das 1904 erteilt wurde. Ihr Ziel war es, mit dem „Vermieter- und Steuerspiel“ das Übel der Geldvermehrung auf Kosten der ärmeren Bevölkerung aufzuzeigen.

Jahrzehnte später bekam Charles Darrow eben dieses „Landlord’s Game“ von einem Freund geschenkt und war begeistert. Er veränderte das Spiel leicht, wählte Straßen in Atlantic City und gab ihnen feste Kaufpreise. Schließlich gab er sich als Autor und Erfinder des Spiels aus und vertrieb es ab 1933 im Eigenverlag. 1935 verkaufte er es unter dem Namen Monopoly an Parker Brothers und verdiente damit Millionen, während Lizzie lediglich 500 US-Dollar bekam.

Filtertüten,
Filterkaffee
1908 Melitta Bentz Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der Kaffee noch direkt in die Kanne gefüllt. Doch der Kaffeesatz und der bittere Geschmack störten den Genuss. Da kam der 35-jährigen Mutter und Hausfrau Melitta Bentz (1873-1950) eine Idee: Sie nahm das Löschpapier aus den Schulheften ihrer Söhne, legte es in eine Konservendose, deren Boden sie zuvor mit einem Nagel durchlöchert hatte und goss den Kaffee durch diesen Filter in ihre Tasse.

Voila, der erste Kaffeefilter der Welt war geboren und revolutionierte den Kaffeegenuss auf der ganzen Welt. Weil auch Melittas Mann Hugo vom Geschmack begeistert war, gründete das Ehepaar im Jahr 1908 mit 73 Pfennig Eigenkapital ein Unternehmen, das bis heute den Namen der Erfinderin trägt.

Vakuum-Gefriermaschine für Speiseeis 1912 Beulah Louise Henry Beulah Louise Henry (1887-1973) war eine derart erfolgreiche US-amerikanische Erfinderin, dass sie in den 1930er Jahren den Spitznamen „Lady Edison“ erhielt. Henry ließ 49 von rund 110 Innovationen zur Verbesserung des täglichen Lebens patentieren. Ein Schwerpunkt ihrer Erfindungen waren Produkte zur Verbesserung der Lebensqualität von Frauen. So erfand sie z.B. einen Lockenwickler, einen Kosmetikkoffer, einen Seifenhalter aus Gummi, einer Doppelkettenstich-Nähmaschine (1936), mehrere neuartiger Schreibmaschinen, einer spulenlose Nähmaschine (1940) sowie einen Sonnenschirm mit austauschbaren Hüllen in unterschiedlichen Farben (1924). Ihr erstes Patent bekam sie bereits 1912 für ihre Verbesserung der von Nancy Johnson 1843 erfundenen Eismaschine: einer Vakuum-Gefriermaschine für Speiseeis.
Gasheizung (Zentralheizung) 1919 Alice H. Parker Bis Mitte des 20. Jahrhunderts mussten viele Hausbesitzer noch Holz oder Kohle horten, um ihre Häuser zu heizen. Die afroamerikanische Alice H. Parker (1895-1920) war aber der Meinung, dass ein Kamin oder Ofen allein nicht ausreichte, um ihr Haus im kalten Winter warm zu halten. Deshalb entwickelte sie den ersten Gasofen (Patent vom 23.12.1919), der mit Erdgas betrieben wurde. Und das erste Heizsystem mit individuell gesteuerten Luftkanälen, die die Wärme gleichmäßig im Gebäude verteilten. Es handelte sich demnach um eine Form der „Zonenheizung“, bei der die Temperatur in verschiedenen Teilen eines Gebäudes reguliert werden konnte.

Technisch gesehen verwendete ihr Heizsystem unabhängig voneinander gesteuerte Brennereinheiten, die kalte Luft ansaugten und die Wärme durch einen Wärmetauscher leiteten. Diese Luft wurde dann in einzelne Kanäle geleitet, um die Wärmemenge in verschiedenen Bereichen zu steuern. Ihre Erfindung verringerte auch die Gefahr von Haus- oder Gebäudebränden, die von Kaminen ausgingen, die die ganze Nacht hindurch brannten. Die hochintelligente Alice H. Parker, die an der Howard Academy in Washington D. C. studierte und 1910 mit Bravour absolvierte, starb viel zu früh im Alter von 25 Jahren.

Einbauküche 1926 Margarete Schütte-Lihotzky 

Die erste kompakte und funktionelle Arbeitsküche (auch bekannt als „Frankfurter Küche“) wurde 1926 von der Wiener Architektin Margarete Schütte-Lihotzky (1897-2000) entworfen. Obwohl sie, wie selbst einmal sagte „mit Küche und Kochen nichts am Hut hatte“. Dennoch ging sie in die Planung und maß dabei jeden Handgriff mit der Stoppuhr. Frauen sollten dank ihrer Küche entlastet werden und mehr Freizeit haben. Zeitersparnis war ihr Antrieb. So konnten Frauen in ihrem Entwurf kochen, bügeln und Gemüse in zwei Waschbecken waschen.

1927 war ihr Modell die Attraktion auf der Frankfurter Frühjahrsmesse, worauf etwa 12.000 Küchen dieses Typs in unterschiedlichen Varianten in einer Frankfurter Siedlung eingebaut wurden. Initiiert wurde die Erfindung der Einbauküche vom deutschen Architekten und Städteplaner Ernst May, der ein Jahr zuvor ein neuartiges Stadtplanungs- und Wohnbauprogramm entworfen hatte. Dazu passend suchte er eine praktische wie zeitsparende  Küchenlösung, die mit standardisierten und massenhaft industriell gefertigten Modulen aufgebaut werden konnte.

Übrigens: Die Stararchitektin und bekennende Kommunistin entwickelte bereits Anfang der 1920er Jahre erste Entwürfe zum Bau von modernen Sozialwohnungen sowie zu ersten Tiny Houses. Im übrigen führte sie ein abwechslungsreiches und spannendes Leben, floh vor dem Nazi-Regime u.a. nach Paris, London und Istanbul, ging als Spionin zurück nach Wien, wurde verraten und inhaftiert, entkam nur knapp einer Hinrichtung und starb erst 2000 im hohen Alter von 103 Jahren.

Schokoladenkeks 1938 Ruth Graves Wakefield Ruth Graves Wakefield (1903-1977) war eine US-amerikanische Köchin, die vor allem als Erfinderin des „Toll House Chocolate Cookie“, des ersten Schokoladenkekses, bekannt wurde.

Und das kam so: 1930 kauften sie und ihr Mann das Toll House Inn (eine Art Raststätte) in Whitman im Plymouth County zwischen Boston und New Bedford. Ruth kochte und servierte darin alle Speisen, worauf es bald zu einer lokalen Berühmtheit für Hummergerichte und Desserts wurde. Was mit der Zeit dazu führte, das Menschen aus der ganzen Region das Toll House, darunter auch Prominente wie der US-Botschafter Joseph Kennedy Sr. besuchten.

Etwa im Jahr 1938 erfand sie dort u.a. auch ihren berühmten Schokoladenkeks, der mit der Veröffentlichung ihres Kochbuchs „Toll House Tried and True Recipes“ schnell in der ganzen USA sehr beliebt wurde.

Funkfernsteuerung 1941 Hedy Lamarr Die österreichisch-amerikanische Schauspielerin Hedy Lamarr (1914-2000) war nicht nur ein glamouröser Filmstar in den 1930er Jahren, sondern auch eine begabte Mathematikerin und Ingenieurin.

Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, wollte sie einen Beitrag gegen das Naziregime leisten, indem sie die Torpedotechnologie verbesserte. Gemeinsam mit dem Musiker und Komponisten George Antheil (1900-1959) entwickelte sie daher das sog. Frequenzsprungverfahren, eine störungssichere Funktechnik, mit dem Torpedo-Signale verschlüsselt werden konnten.

Obwohl die beiden 1942 ein Patent für diese Idee erhielten, ignorierte die US-Marine ihre Technologie 20 Jahre lang. Bis zur Kuba-Blockade 1962, zu der sie schließlich eingesetzt wurde. Seitdem ist ihre Erfindung auch Grundlage für tragbare Geräte (Bluetooth), für GPS- und für die Wi-Fi-Technologie geworden. Übrigens: Hedy Lamarr (geborene Hedwig Eva Maria Kiesler) war eine solche Schönheit, dass ihr Gesicht sogar als Vorlage für Walt Disneys Zeichentrickfigur Schneewittchen wurde.

Compiler, 
Programmiersprache COBOL, BUG
1944 Grace Murray Hopper Die Mathematikerin und Reserveoffizierin der US-Marine entwickelte 1952 den ersten Compiler und brachte damit den Rechnern das Sprechen in deren Computersprache „0“ und „1“ bei. Der Rechner, mit dem Grace Murray Hopper arbeitete, hiess Mark I (den sie gemeinsam mit Howard Aiken baute), der so riesig war, dass er einen ganzen Raum ausfüllte. Später war sie auch Miterfinderin der Programmiersprache FLOW-MATIC, die Basis für einige Programmiersprachen wie z.B. COBOL. Übrigens: Hopper gilt als Begründerin des Wortes „Bug“ (Ungeziefer), das heute für einen Computerfehler steht, der sich von aussen ins System einschleicht. Ursache war damals eine Motte, die in ihren Rechner flog und eine technische Störung verursachte, worauf sie gesagt haben soll: „Oh, we have a bug!“.
Solarhaus (Solarheizung) 1948 Mária Telkes Gemeinsam mit ihrer Freundin, der Architektin Eleanor Raymond, baute die ungarisch-US-amerikanische Biophysikerin Mária Telkes (1900-1995) 1948 das erste – durch Solarenergie beheizte – Haus („Dover Sun House“). Dazu verwendeten sie eine Chemikalie, die die Wärme kristallisierte und speicherte, um sie dann abzustrahlen und so eine konstante Innentemperatur zu gewährleisten. Bereits während des Zweiten Weltkriegs entwickelte sie eine mobile, solarbetriebene Entsalzungsanlage, die Meerwasser verdampfen und zu trinkbarem Wasser rekondensieren konnte. Dieses Gerät wurde gegen Kriegsende in die medizinische Notfallausrüstung des Militärs aufgenommen und rettete einigen torpedierten Matrosen das Leben. 1953 entwickelte sie zudem den ersten Solarkocher bzw. Solarofen, der vor allem in den Entwicklungsländern eingesetzt werden konnte.
Currywurst 1949 Herta Heuwer, Lena Brücker An einem verregneten Tag, es war der 4. September 1949, mixte die Berliner Kiosk- und Imbisswagenbesitzerin Herta Heuwer (1913-1999) aus Langeweile Worcestersauce (die sie von amerikanischen Soldaten erhielt), Tomatenmark und noch weitere, streng geheim gehaltene Gewürze zusammen, goß die Soße über eine Brühwurst und garnierte sie mit Currypulver. Diese Eigenkreation servierte sie von diesem Tag an als Currywurst in ihrem Kiosk an der Kant-/Ecke Kaiser-Friedrich-Straße in Berlin-Charlottenburg. Zehn Jahre später ließ sie das Soßen-Rezept unter dem Namen Chillup patentieren.

Erst viele Jahre später behauptete der Schriftsteller Uwe Timm in seiner Novelle „Die Entdeckung der Currywurst“, dass er selbst bereits 1947 in Hamburg Currywurst am Imbissstand von Lena Brücker gegessen habe. Beweisen lässt sich diese Mahlzeit jedoch nicht.

Hydyne (Raketentreibstoff) 1957 Mary Sherman Morgan Mary Sherman Morgan (1921-2004) war eine US-amerikanische Chemikerin auf dem Gebiet des Raketentreibstoffs. Als sie nach dem 2. Weltkrieg beim Luft- und Raumfahrtkonzern North American Aviation (NAA) zu arbeiten begann, war sie unter den 900 Ingenieuren die einzige Frau – und nur eine von wenigen ohne Hochschulabschluss. Dennoch wurde sie schon bald zur technischen Leiterin ernannt und entwickelte 1957 den Flüssigtreibstoff Hydyne, der die Jupiter-C-Rakete antrieb, die den ersten Satelliten der Vereinigten Staaten (Explorer 1) ins All beförderte.
Windel, Einwegwindel 1961 Marion Donovan Nachdem die US-amerikanische Unternehmerin Marion Donovan Kinder bekam, stellte sie bald fest, dass Stoffwindeln (für die es damals keine Bezüge gab), extrem anfällig für Auslaufen waren: Sie verbrachte viel Zeit damit, Bettlaken und Kleidung zu wechseln und zu waschen. Das brachte sie auf die Idee, über die Stoffwindeln Teile eines Duschvorhangs als wasserfesten Bezug zu nähen. Dieser verhinderte das Auslaufen ohne dass es zu Wundscheuern kam. Obwohl sie bis 1949 bereits vier Patente für ihren wasserdichten Windelbezug hatte, blieben ihre Verkaufsversuche an Hersteller erfolglos. Also begann sie selbst mit der Herstellung und vermarktete sie im Eigenvertrieb. Zwei Jahre später verkaufte Donavan ihr Unternehmen und ihre Patente für 1 Mio. Dollar an die Keko Corporation. Übrigens: Donovan erfand und patentierte 20 weitere Gegenstände, die alle auf der Vereinfachung alltäglicher Aufgaben basierten.
Minirock 1962-64 Mary Quant Bis heute ist unklar, ob Mary Quant (*1930) tatsächlich die Erfinderin des Minirocks ist. Fest steht, dass die Damenröcke ab Mitte der 1950er Jahre immer kürzer wurden – und Mary Quant zu dieser Zeit als Designerin in London arbeitete. Sie sagte selbst: „Es waren die Mädchen auf der King’s Road in der Zeit der Swinging Sixties, die den Minirock erfunden haben. Ich machte leichte, jugendliche, einfache Kleider, in denen man sich besser bewegen konnte, und wir machten jeden Rock so lang, wie es die Kundin wollte. Ich trug ihn sehr kurz, und die Kundinnen sagten: Mach ihn kürzer, kürzer“. Fest steht auch, das Mary Quant dem Minirock seinen Namen gab, nach ihrer Lieblingsautomarke, dem Mini. Der französische Modedesigner André Courrèges etablierte ihn in der Pariser Modewelt.

Marit Allen, Modejournalistin und Redakteurin der einflussreichen Young Ideas-Seiten der britischen Vogue, ist übrigens der festen Überzeugung, dass nicht Quant, sondern der britischer Modedesigner John Bates, der ursprüngliche Schöpfer des Minirocks war. Wer auch immer den „kürzeren zog“, erst das berühmte Model Twiggy (*1949) machte den Minirock gegen Ende der 1960er Jahre zum Markenzeichen einer ganzen Generation. 

Kevlar (Metall) 1964 Stephanie Kwolek Die polnisch stämmige Chemikerin Stephanie Kwolek (1923-2014) erfand Kevlar eher zufällig, nachdem ein Experiment, bei dem ein festes Polymer in eine Flüssigkeit verwandelt wurde, nicht wie geplant funktionierte. Während ihre Kollegen das Experiment als Fehlschlag betrachteten, entdeckte Kwolek aber, dass die synthetische Fasern fünfmal stärker sind als Stahl. Und seitdem wird Kevlar für alles Mögliche verwendet: von Feuerwehrstiefeln über die Bespannung der Tennisschläger, Sportsegel, Bratpfannen, Musikinstrumente bis hin zu Teilen für Raumschiffe. Am bekanntesten ist aber seine Verwendung in kugelsicheren Schutzwesten. Seit der Einführung von Kevlar-Westen in den 1970er Jahren, wurden das Leben von mindestens 3.000 Polizeibeamten gerettet, ebenso wie das von unzähligen Soldaten und Zivilisten in Kampfgebieten. Noch so ein Zufall: Am selben Tag, an dem Kwolek starb, gab DuPont den Verkauf der einmillionsten Schutzweste bekannt.
Haussicherheits-System 1966 Marie Van Brittan Brown In den 1960-Jahren nahm die Kriminalitätsrate in Queens, New York City, stetig zu. Viele Bewohner sorgten sich um ihrer Sicherheit, darunter auch die Krankenschwester Marie Van Brittan Brown, die Angst bekam, wenn sie nachts allein zu Hause war. Zur Beruhigung erfand sie – gemeinsam mit ihrem Mann, ein Elektriker – ein komplettes Haussicherheitssystem. Es bestand aus vier Gucklöchern, einer beweglichen Kamera, die drahtlos mit TV-Monitoren verbunden war, einer Gegensprechanlage und einer Alarmanlage. So musste Sie nicht mehr die Tür öffnen, um zu sehen, wer davor stand. Die Browns erhielten auf ihre Erfindung 1969 ein Patent und eine Auszeichnung vom National Science Committee. Ihre Idee wurde zur Grundlage für alle modernen Haussicherheitssysteme. Und hat viele weitere Erfinder inspiriert, darunter auch ihre eigene Tochter, die ebenfalls mehrere Patente besitzt.

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Quellen zur Liste „Berühmte Erfindungen von Frauen“

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